I feel guilty when I take time for myself

6 Strategien, um Schuldgefühle zu verwandeln 

Eine Teilnehmerin meines Workshops beschrieb es kürzlich so: Ihre KlientInnen jonglieren Job, Familie und das neue Leben in Deutschland – und verlieren sich oft in den Anforderungen des Alltags. Geht es um Selbstfürsorge, melden sich Schuldgefühle.

Viele Menschen in helfenden Berufen leiden selbst unter Schuldgefühlen. Vielleicht kennen Sie diese Gedanken: Das Anliegen meiner Klientin geht vor. Es reicht nicht, was ich tue und Ich müsste eigentlich mehr tun

Im heutigen Artikel erfahren Sie, wie Sie Schuldgefühle auf Englisch würdigen – und mit gezielten Strategien neue Perspektiven für sich und Ihre KlientInnen eröffnen.

Are you ready to zoom in? Let’s go and explore!

💡Der erste Impuls

Am Anfang steht oft eine einfache Frage – sie stoppt für einen Moment das Gedankenkarussell und öffnet Raum für Reflexion.

  • What happens when you allow yourself to take a break?


Eine Frage, die die Klientin innehalten lässt: Was sind die tatsächlichen Folgen, wenn sie pausiert? Und gibt es Befürchtungen, die sich vielleicht als übertrieben herausstellen? 

Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen und bei Bedarf mit Folgefragen nachzuhaken, etwa mit einem Reality-Check:

🔍 Der Reality-Check

Der Reality-Check hilft, vom Gefühl zur Faktenlage zu wechseln und Befürchtungen zu überprüfen. Wie wahrscheinlich ist ein Szenario tatsächlich? Und was hat die Erfahrung bisher gezeigt?

Diese Fragen können dabei helfen:

  • How likely is it that this will actually happen?
  • What evidence do you have that supports this thought?
  • What evidence speaks against it?
  • Has this ever happened before when you took a break?


🚨 False friends alert! Das Wort actually ist ein trügerischer Gesell, der vorgibt, etwas zu sein, das er nicht ist. Seine Bedeutung ist tatsächlich und nicht, wie man meinen könnte, aktuell.

Mehr False Friends finden Sie hier.

Auch evidence (Beweise/ Anhaltspunkte) bringt eine Besonderheit mit – im Gegensatz zum Deutschen wird es immer in der Einzahl verwendet. Es kann much evidence geben, aber niemals many evidences. 😊 Got it?


🪑 Der Perspektivwechsel

Zusätzlich zum Reality-Check lohnt es sich, den Blick zu weitento broaden one’s perspective. Während der Reality-Check die Fakten prüft, öffnet der Perspektivwechsel neue Türen. Oft entstehen dadurch echte Aha-Momente: Es wird sichtbar, dass es mehr als nur eine einzige Wahrheit gibt.

Diese Fragen können helfen:

  • What else might be true in this situation?
  • Could there be another way of looking at it?
  • If your best friend said this, what would you tell him (or her)?


Sprachlich interessant: what else might be true – eine elegante Formulierung, die die Vorstellungskraft Ihrer Klientin auf Touren bringen wird – it will spark your client’s imagination. ✨

Zwischenfazit: Perspektivwechsel erweitern den Horizont. Sie öffnen den Raum für mehr Leichtigkeit und Handlungsfreiheit – they open a space for greater ease and freedom of action.

🌞 Von der Befürchtung zum Nutzen

Okay, here is another shift of perspective – ein anderer Perspektivenwechsel – shining a spotlight on the benefits of taking a break. 🔦

Mit diesen Fragen setzen Sie wertvolle Impulse:

  • What could you gain if you allowed yourself to rest?
  • Who else might benefit if you were more rested?
  • How might things improve if you took that time?


Die Fragen sind hypothetisch und regen einen spielerischen Umgang mit neuen Ideen an. Sie geben sanfte Einstiege für KlientInnen, für die Veränderung vielleicht noch unrealistisch oder bedrohlich wirkt. 

Für andere KlientInnen können Sie die Fragen auch in der Gegenwartsform stellen. Das Gefragte wirkt damit greifbar und näher.

Und so sieht das aus:

  • What do you gain when you allow yourself to rest?
  • Who benefits when you are rested and energised?
  • How will things improve if you take that time?


Do you notice the difference?

👉 Ein kleiner Grammatiktipp: Wenn Sie If-Sätze in dieser Form verwenden, steht der Satzteil mit if in der Gegenwart und der Satzteil mit der Konsequenz in der Zukunft:

If you take a short break, you will return with more energy and focus. 


⏳ Nach Konsequenzen fragen

Wir Menschen haben die Gabe, über die Folgen unserer Handlungen nachzudenken. Sometimes this literally jolts us into action – manchmal rüttelt uns das buchstäblich auf.

Hier sind drei Fragen, die den Blick auf mögliche Konsequenzen richten:

  • If you keep denying yourself breaks, what impact will that have over time? 


To deny yourself something bedeutet wörtlich sich etwas versagen oder vorenthalten. Hier schwingt Askese mit, ein Hauch von Selbstbestrafung oder moralischem Zwang.

Etwas direkter können Sie auch über den Preis sprechen, den die Klientin zahlt, wenn sie weiter aufs Gas tritt:

  • What might be the cost of never slowing down? Oder:
  • What might be the toll on your energy if you never give yourself a break?

Toll – ausgesprochen wie role – bedeutet Mautgebühr → im übertragenen Sinn: der Preis, den Körper, Geist und Seele zahlen.


🌸 Schuldgefühle würdigen

Bevor wir Schuldgefühle jedoch hinterfragen, kann es heilsam sein, sie empathisch zu würdigen. In der Gewaltfreien Kommunikation bedeutet das: dem Gefühl Raum geben und nach den Bedürfnissen fragen, die dahinterstehen.

Hilfreiche Fragen können diese sein:

  • What matters to you so much that you feel guilty when you rest?
    Oder etwas bildlicher:
    What is so close to your heart that you feel guilty when you rest?
  • Which value of yours might be speaking here?
  • I am wondering if this guilt is pointing to something you deeply care about, perhaps belonging, connection or responsibility?


So würdigen Sie auch die Gefühle, die dabei entstehen:

  • How do you feel when you see yourself living up to this responsibility?
  • What feelings show up when you contribute and take care of others like this?
  • I can imagine that fulfilling this need brings up a mix of feelings. Perhaps you feel proud and drained at the same time?


Schuldgefühle verändern sich, wenn sie empathisch gehört werden. Sie verwandeln sich von einem lähmenden Gefühl in einen Hinweis: Sie zeigen, was uns wichtig ist – und laden uns ein, diese Werte bewusster zu leben.

🌿 Fazit

Ob Reality-Check, Perspektivwechsel oder empathische Würdigung – jede dieser Strategien öffnet eine andere Tür, durch die Sie Schuldgefühle verwandeln können.

Mögen Sie sich ausprobieren? Welche Fragen könnten Ihr eigenes Denken oder das Ihrer KlientInnen in Bewegung bringen?

Kommen Sie gut in den Herbst! 🍁

Herzlichst, Ihre Nadine

September 2025

Der Workshop: Psychosoziale Beratung auf Englisch

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Nadine Seiler bietet Sprachkurse für psychosoziale und psychologische Berater und Coaches an.

Nadine Seiler

Ich bin Sprachtrainerin für die psychosoziale Beratung auf Englisch sowie Herausgeberin und Autorin von Sprachführern zur professionellen Beratung auf Englisch, u.a. "Helfende Gespräche auf Englisch. Der umfassende Sprachführer für psychosoziale und pädagogische Arbeitsfelder".